Fusion Food ist nur einer der neuen Trends in der Küche, mit denen Gourmets und Hobby-Köche Fast Food und Co. den Kampf ansagen wollen.
So gibt es neben der mittlerweile recht weit verbreiteten Slow-Food-Bewegung, welche sich auf den bewussten und vor allem gemütlichen Genuss von Lebensmitteln besinnt, und dem Fusion Food, das nach ungewöhnlichen Kombinationen verschiedener Traditionen strebt, auch Trends, die sich ganz auf die Optik oder die Wirkung von bestimmten Zutaten oder Zubereitungsvarianten konzentrieren. Die im Folgenden vorgestellten Varianten sind nur einige von vielen, und bestimmt arbeiten irgendwo hinter den Kulissen schon einige findige Köpfe daran, unsere Geschmacksknospen mit weiteren Trends herauszufordern.
Fusion Food ist ein Trend, bei dem ungewöhnliche Kombinationen im Mittelpunkt stehen. Dabei geht es nicht nur um das Zusammenführen von Zutaten, die man sonst nicht in einer Mahlzeit finden würde, sondern vor allem um die Verbindung verschiedener internationaler Küchen. Da landen traditionell zubereitetes Rindfleisch aus Südamerika, europäisches Gemüse und asiatische Teigtaschen Seite an Seite auf einem Teller und werden mit Gewürzen aus verschiedensten Teilen der Welt aromatisiert.
Allerdings geht es beim Fusion Food nicht einfach um wildes Durcheinanderwerfen, sondern um durchdachte multikulturelle Kombinationen, die ein rundes Ganzes abgeben. Eine Verschmelzung verschiedenster Aromen zu einem neuen, ungewöhnlichen, aber unbedingt genussvollen Geschmackserlebnis ist dabei das Wichtigste, aber auch unterschiedliche Zubereitungsarten dürfen miteinander vereint werden. So hält die Globalisierung quasi auch endlich Einzug in unsere Küchen.
Dass Essen glücklich machen kann, hat sicherlich jeder von uns schon einmal festgestellt, ob es nun der Genuss eines Stückchens Schokolade ist oder der erste Bissen in eine herzhafte Pizza nach einem anstrengenden Tag, der uns ausgehungert zurückgelassen hat. Doch der Trend Happy Food verlässt sich nicht nur auf die zufälligen Glücksmomente, die bestimmte Lebensmittel oder Situationen uns bescheren können, sondern sorgt aktiv für wahrhaft zufriedenstellende Mahlzeiten.
Das Geheimnis liegt im Botenstoff Serotonin, der – wenn er von unserem Gehirn produziert wird – dort für eine Entspannung der Nerven und ein tatsächliches Glücksgefühl sorgt. Ein Stückchen Schokolade regt durch den darin enthaltenen Zucker die Insulinproduktion in unserem Körper an, was wiederum den Zugang des Eiweißstoffes Tryptophan ins Gehirn erleichtert, aus dem schließlich Serotonin gebildet wird – Und schon fühlen wir uns zufriedener und glücklicher. Natürlich funktioniert dieses Prinzip auch mit anderen Lebensmitteln, die entsprechende Kohlenhydrate enthalten.
Essen kann aber auch auf andere Weise glücklich machen: Das berühmt-berüchtigte Capsaicin, das für die Schärfe in Chilis verantwortlich ist, regt die Bildung körpereigener Opiate an und hellt so die Stimmung auf. Andere Lebensmittel versorgen uns mit ausreichend Magnesium, Folsäure, Vitaminen oder anderen Nährstoffen, welche die Laune heben und dank derer wir uns schlichtweg wohl weil gut genährt fühlen. Wählt man die Zutaten für eine Mahlzeit nach solchen Kriterien aus, kann das Happy Food tatsächlich entspannen, für Ausgeglichenheit sorgen und glücklich machen.
Der Trend Pretty Food erklärt sich eigentlich von selbst, hier geht es vor allem darum, dass die Mahlzeit auf dem Teller möglichst hübsch aussieht, ebenso wie die Tischdekoration und das gesamte Drumherum. Das Auge isst mit, heißt es ja bekanntlich, und die Anhänger des Pretty Food treiben dies auf die Spitze. Da geht es um stilvolle Deko, elegant angerichtete Speisen und Verzierungen mit frischen Kräutern, essbaren Blumen, die durch einen Zuckerüberzug glitzernd daherkommen oder anderweitig aufgehübscht wurden. Ästhetik ist hier das Stichwort, Präsentation das A und O und ein Augenschmaus im wortwörtlichsten Sinne das oberste Ziel.
Der Trend des Conjoint Food ist keine Neuheit, sondern lediglich eine moderne Beschreibung für etwas, dass schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden praktiziert wird: Das gemeinsame Kochen und Essen. Geselligkeit steht hier im Mittelpunkt, Menschen sollen um den Herd und den Tisch zusammenfinden, um sich an der gemeinsamen Arbeit und deren Früchte zu erfreuen.
Dieses Prinzip wieder bewusst einzuführen und mit einem schicken Namen zu einem modernen Küchen-Trend zu machen, spiegelt das Bemühen wieder, Essen als Luxusgut zu erfahren und als Gemeinschaftserlebnis zu zelebrieren. Damit ist das Conjoint Food eine Gegenbewegung zu schnelllebigen und hastigen Ernährungsgewohnheiten, die Essen nur als Notwendigkeit begreifen.
Gesunde Lebensmittel und schonende Zubereitungsarten stehen beim Detox Food im Mittelpunkt. Das Essen ist leicht verdaulich und gut bekömmlich, es soll entschlacken und entgiften. Das Wichtigste in dieser auf ayurvedischen Prinzipien beruhenden Küche ist dabei die Verwendung von Ghee, geklärter Butter oder Butterreinfett: Dafür wird ungesalzene Butter in seine Bestandteile getrennt, dabei verliert sie Wasser und vor allem ihre Eiweißbestandteile. Durch das Fehlen der Proteine ist die Butter nun leichter verdaulich und damit die ideale Grundlage für ein Detox-Gericht.
Bestimmte Gewürze wie Gelbwurz, Bockshornklee-, Koriander- oder Fenchelsamen unterstützen den Körper zusätzlich beim Entschlacken, denn sie wirken desinfizierend oder entsäuernd, helfen gegen zu hohe Cholesterinwerte oder Verdauungsprobleme. Und auch sonst werden nur bekömmliche Zutaten verwendet, die auf schonende und gesunde Weise sättigen. Warme Getränke unterstützen die Verdauung und sind in der Detox-Küche so das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i.