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Eine kleine Kräuterkunde Teil II

Autor: Anne
abgelegt in: Allgemein

Im Groben können Gewürzkräuter in holzige und weiche Kräuter eingeteilt werden, wobei sie sich vor allem in der Anwendung unterscheiden. Im Folgenden werden die beliebtesten holzigen Kräuter genannt und verraten wie, wo und wann sie am besten eingesetzt werden sollten.

Holzige Kräuter sind meist zu kräftig um sie roh essen zu können. Normalerweise werden sie mitgekocht und dem Gericht vor dem Verzehr entnommen. Holzige Kräuter lassen sich prima trocknen und auch wenn sie nicht ganz den Geschmack von frischen Kräutern übertrumpfen können, sind sie es auf alle Fälle wert genutzt zu werden. Nebenbei können Kräuter auch ganz lustige und interessante Geschichten bereithalten.

Rosmarin:
Rosmarin ist ein schmaler Busch mit langen, hölzernen Zweigen und dünnen Blättern, die Ähnlichkeit mit Kiefernadeln haben. Kombiniert mit Lamm, Rind, Brot und starken mediterranen Aromen wie Knoblauch, Oliven oder Sardellen ist Rosmarin unglaublich lecker.

Nach einer Legende überreichte einst ein Einsiedler der Königin Elisabeth von Ungarn (1305-1380) ein Duftwasser, welches ihre Schönheit bis zum Tode bewahren sollte. Dieses Duftwasser wurde 1370 regristriert und gehört zu den ersten destillierten Parfümen, bei dem ätherisches Öl mit Alkohol kombiniert wurden. Hauptbestandteil dieses ,,Ungarischen Wassers” war Rosmarinöl.

,,Kölnisch Wasser” enthält nach wie vor Rosmarinöl.

Salbei:
Die Italiener lieben Salbei zu Kalb und Kürbis oder braten die Salbeiblätter in Butter und essen dies zu Ravioli und Tortellini. Die Briten bevorzugen Salbei zu Schwein und nutzen es seit Jahrzehnten zum Füllen.

In Shakespeares ,,Wintermärchen” wusste Perdita um eine ganz andere Wirkung der Salbeipflanze:

,,Lavendel, Minze, Salbei, Majoran,
die Ringelblum’, die mit der Sonn’ entschläft
und weinend mit ihr aufsteht: Das sind Blumen
aus Sommers Mitte, die man geben muß
den Männern mittlern Alters.”

Thymian:
Genau wie Lorbeer ist Thymian ziemlich berühmt in Eintöpfen und Brühen, aber auch zu allen möglichen Gemüsesorten, wie Karotten, Artichocken, Pilzen, Steckrüben und Porree ist Thymian fantastisch. Der Thymian ist ein kleiner robuster Busch mit langen, dünnen Zweigen und winzigen, duftenden Blättern.
Marcel Pagnol, franz. Schriftsteller beschreibt in seinen zauberhaften Erinnerungen ,,Marcel - Eine Kindheit in der Provence” seine erste Begegnung mit Thymian wie folgt: „Dort sah ich zum ersten Mal dunkelgrüne Büschel, die wie Zwergoliven aus dem Baoukogras auftauchten. Ich verließ die Straße und lief zu ihnen, um ihre feinen Blätter zu berühren. Ein unbekannter Geruch, herb und stark hüllte mich wie eine Wolke ein, stieg mir zu Kopf und drang bis in mein Herz. Es war Thymian, der auf dem Kies der Hochebene spross.“

–> Lesen Sie hier den ersten Teil unserer kleinen Kräuterkunde  zu Lorbeer, Majoran und Oregano!


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