Viele Menschen trinken gerne Wein, aber nur die wenigsten können sich mit Fug und Recht als Weinkenner bezeichnen. Weinseminare und -verköstigungen verschaffen Abhilfe, doch für manchen sind sie zu kostspielig oder zu zeitintensiv. Doch zum Glück gibt es ja das Internet, auch für den Weinliebhaber.
Zugegeben, zum Praxis-Experten wird man durch so ein Online-Seminar nicht. Zumindest solange nicht, solange es noch kein Geschmacks-Internet gibt. Aber wenigstens die Theoriekenntnisse kann man erweitern und das hilft sicherlich bei der nächsten Weinauswahl oder im Smalltalk schonmal weiter. Schaden wird es jedenfalls in keinem Fall, wenn man lernt, die verschiedenen Rebsorten zu unterscheiden und den einzelnen Weinen zuzuordnen. Ebenso wenig wie das Wissen, welcher Wein zu asiatischen Speisen, zum süßen Dessert oder dem würzigen Braten passt, welche Temperatur der Wein haben sollte, wie man richtig dekantiert und und und….
Wer blamiert sich schließlich schon gern, wenn man als Gastgeber den falschen Wein serviert und den dann möglicherweise auch noch direkt aus dem Kühlschrank auf den Tisch?
Hier gehts zum Online-Weinseminar der Uni Trier. Und wenn Sie dann mit dem theoretischen teil fertig sind, muss natürlich auch der praktische Teil folgen: probieren, probieren, probieren!
Selbstverständlich findet man auch so genügend Informationen und muss nicht zwingend ein Seminar besuchen. Wer sich lieber querbeet durch das Wein-Wissen durchliest und nicht gleich ein ganzes Buch zur Hand nehmen möchte, dem sei die Internetseite Wein-Wissen ans Herz gelegt. Am besten dann aber schon mal eine schöne Flasche Wein parat stellen, atmen lassen und einschenken, denn der Weindurst kommt ganz sicher.
Die Geschichte des Weins ist eine alte Geschichte. Über mehr als 8000 Jahre lässt sie sich zurückverfolgen und schon immer spielte der edle Tropfen eine wichtige Rolle in Alltag und Religion. Nicht ganz ohne Grund, weiss man doch heute, dass Wein, in Maßen genossen, versteht sich, gesund hält und schön macht.
“Wein” ist ein klassisches Wanderwort. Das bedeutet, dass sich aus einem ursprünglichen Wort viele sich ähnelnde Bezeichnungen für den Rebensaft gebildet und weltweit verbreitet haben.
Im arabischen “wayn”, griechisch “οἶνος” georgisch “gwino”, althochdeutsch “wîn” oder “winam”, französisch “vin” oder englisch “wine” - die Ähnlichkeiten sind auf den ersten Blick erkennbar, auch wenn man heute kaum noch nachvollziehen kann, woher der ursprüngliche Begriff stammt. Allgemein gehen die Vermutungen dahin, dass es sich um einen persischen Begriff gehandelt haben muss, wurde doch der erste Wein im antiken Persien angebaut.
Insbesondere die europäischen Bezeichnungen sind alle dem lateinischen Wort “vinum” entlehnt. Erklärt wird dies ganz einfach durch die Tatsache, dass sowohl Germanen als auch Kelten erstmals über die Römer in größerem Umfang mit Wein in Berührung kamen und somit den lateinischen Begriff übernahmen. Über spätere Handelsbeziehungen gelangte der Begriff des Weins von den Germanen bis zu den Slawen.
Ein Getränk, das sich über Jahrtausende einer solchen Beliebtheit erfreut, verfügt vermutlich über vielseitige Vorzüge, die über den guten Geschmack hinausgehen. Dies belegen auch zunehmend Studien, bei denen der Wein auf seinen medizinischen und kosmetischen Nutzen hin untersucht wird. Voraussetzung ist freilich ein Genuss in Maßen, denn auch Wein kann bei übermäßigem Genuss rasch in die psychische und physische Abhängigkeit führen.
1979 fiel in einer solchen Studie erstmals der Begriff “french paradoxon”. In dieser Studie wurde festgestellt, dass die Einwohner Süd- und Südwestfrankreichs trotz überdurchschnittlich fetthaltiger Ernährung weniger anfällig für Herzerkrankungen waren als andere Europäer. Mittlerweile sind etwa 60 Untersuchungen zu diesem Thema erschienen. Die Schlussfolgerung all dieser Studien ist ähnlich: Es liegt an dem moderaten Genuss von Wein.
Auf den ersten Blick ist Wein lediglich gegorener Traubensaft, von dem ein Liter etwa 100 Gramm Alkohol enthält.
Die verschiedenen Traubensorten, Anbaugebiete, das jeweilige Klima, Wetter und die Verarbeitung geben dem Weins einen ganz speziellen Charakter.
Die gesundheitsfördernsten Eigenschaften des Weines stammen direkt aus der Traube, vor allem aus der Schale und den Kernen.
Sogenannte Polyphenole, Pflanzenstoffe, die von der Pflanze selbst gebildet werden, kommen auch in Gemüse, Obst und Getreidesorten vor, allerdings sind Trauben und Traubenkerne besonders reich an diesen Verbindungen. Diese Polyphenole können Zellschädigungen durch freie Radikale abblocken, sie wirken als Antioxidantien, weswegen sie auch als krebshemmend gelten. Sie heben zudem das gute HDL-Cholesterin und senken das schlechte LDL-Cholesterin, wirken sie gefäßerweiternd und gefäßentspannend und vermindern dadurch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Außerdem senken sie die Anfälligkeit für Thrombosen.
Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff in Sachen Gesundheit ist der Alkohol.
Zwar gilt Alkohol als Zellgift, in geringen Dosen kann er aber ebenfalls gesundheitsfördernd wirken, denn auch er wirkt gefäßerweiternd, verbessert den Cholesterinstoffwechsel, hebt das HDL-Cholesterin an und senkt das LDL-Cholesterin. Zusätzlich hemmt Alkohol die Verklumpung der Blutkörperchen, wodurch sich das Risiko einer Thrombose mindert.
Diese positiven Auswirkungen des Getränkes auf das Herz-Kreislauf-System schien man schon vor gut 2000 Jahren zu kennen. So liest man in der Bibel bereits “Der Wein erfreut des Menschen Herz.” (Psalm 104, 15).
Aber nicht nur die Gesundheit wird bei moderatem Genuss gefördert, sondern auch die Schönheit.
Besonders im Wellness-Sektor hat man den Wein und die Weintrauben entdeckt. So werden auf etlichen Schönheitsfarmen bereits Vinotherapien angeboten. Dazu gehören zum Beispiel Gesichtsmassagen mit Wein oder Körperpeelings mit Traubenkernölschlämmen. Und Firmen wie L`Occitane verwenden Weintrauben als Basis für ihre Kosmetik.
Für diejenigen, die Alkohol gänzlich ablehnen, bietet sich alkoholfreier Traubensaft als gesunde Alternative an.
“Der Wein ist eine Medizin, wenn er aber ohne Manier getrunken wird, ist er ein Gift. Der Wein ist eine Erquickung des Herzens, wenn er aber ohnmäßig getrunken wird, ist er ein Tod der Seele.” - Abraham a Sancta Clara
Neuer Höchststand im deutschen Weinkonsum: Die Branche freuts, aber vor allem die deutschen Weinbauern, die ein deutliches Umsatzplus verzeichnen können.
Der Weinkonsum in Deutschland hat im vergangenen Jahr mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 21 Litern einen neuen Höchststand erreicht. Rechnet man Schaumwein hinzu, beträgt der Verbrauch pro Person sogar über 24 Liter.
Das besagt zumindest die Bilanz des Deutschen Weininstituts (DWI). Demnach wurden in Deutschland von August 2006 bis Juli 2007 insgesamt 16,9 Millionen Hektoliter Wein verkauft. Auf den Pro-Kopf-Verbrauch umgerechnet bedeutet dies ein Plus von einem halben Liter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Etwa 20 Prozent des Weinkonsums entfällt auf die Gastronomie, während die restlichen 80 Prozent in den heimischen vier Wänden genossen werden.
Die Tendenz geht auch vermehrt zu deutschen Weinen, so die Statistik.
Demnach bevorzugen rund 46 Prozent der Deutschen einen Wein aus eigenen Landen, während Sorten aus Spanien und Portugal immer seltener konsumiert werden. Exotische Sorten aus Südafrika, Chile und Australien sind hingegen bei den Käufern so beliebt, dass sich die Umsätze teilweise verdreifachten.
Umgekehrt steigt im Ausland der Absatz der deutschen Weinsorten stetig an.
Schon seit zehn Jahren steigt der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland ununterbrochen an, statistisch gesehen um 2,5 Liter pro Person. Mit diesem Nachfragevolumen befindet sich Deutschland nun mehr auf Platz vier der Wein konsumierenden Länder der Welt. Unangefochten auf Platz eins befindet sich nach wie vor Frankreich mit einem Verkauf von rund 33 Millionen Hektolitern.
Ebenfalls auf dem Vormarsch sind Weinverköstigungen, Weinseminare oder auch interaktive Weinlehrgänge. Man will eben wissen, was man so gerne trinkt.
Unterschiedliche Länder und Regionen haben oft auch unterschiedliche Bezeichnungen für dieselben Leckerbissen.
Fragt man einen Wiener, wie das lange, knackige Würstchen heißt, wird er sicher antworten “Na Frankfurter!”. Fragt man einen Frankfurter nach dem Würstchen, heißt es auf einmal “Wiener”. Gleiches Spiel bei dem in Schmalz ausgebackenen und gefüllten Krapfen, der mal Berliner, mal Pfannkuchen und manchmal sogar Krapfen heißt. Wieso dieses babylonische Sprachwirrwarr?
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Unter einem “Berliner” versteht man in den meisten Teilen Deutschlands nicht nur den Einwohner der bundesdeutschen Hauptstadt, sondern auch einen in Fett ausgebacken und mit Konfitüre (meist Erdbeer- oder Himbeermarmelade) befüllten süßen Krapfen. Dieser wird mit Puderzucker oder Zuckerguss gekrönt und traditionell vor allem an Silvester und Fasching/ Karneval verzehrt.
Möchte man ein solches Gebäck nun in Berlin oder im südlichen Osten in einer Bäckerei erstehen, sollte man tunlichst einen “Pfannkuchen” bestellen, während man im Ruhrgebiet eher von einem “Berliner Ballen” und im Südlichen Westen von einem “Krapfen”, “Fastnachtsküchelchen” oder “Kreppel” spricht. Im Alpenraum heißt er wiederum “Faschingskrapfen”. In Frankreich spricht man vom “Boule de Berlin”, also der französischen Ruhrgebiets-Variante, von der auch die Portugiesen reden, wenn sie von einer “Bolas de Berlim” schwärmen. Und die Finnen essen gerne einen “Berliininmunkki”- einen “Berliner Mönch”.
So viele Bezeichnungen für ein identisches Stück Gebäck, bei dessen Rezept regional nur kleinste Details variieren.
Schmalzgebäck gibt es in deutschen Landen schon seit dem Mittelalter, jedoch variierten die Formen. Der Legende nach wurden die faustgroßen, schwimmend im Fett ausgebackenen und befüllten “Berliner Pfannkuchen” 1756 von einem Berliner Zuckerbäcker erfunden. Dieser wollte unbedingt im Regiment Friedrich des Großen dienen, war jedoch wehruntauglich, sodass er nur als Feldbäcker beim Regiment verbleiben konnte. Als Dank, dass er nun doch auf seine Weise dienen durfte, schuf er die kleinen runden Gebäckstücke. Die Form sollte an Kanonenkugeln erinnern und in Ermangelung eines Ofens buk er sie über dem offenen Feuer in Pfannen mit heißem Fett aus. Diese Zubereitung erwies sich als besonders einfach und effektiv und schon bald bevölkerten mobile Stände die Straßen der größeren Städte, an denen im Akkord Hefeteigbällchen in heißem Fett frittiert wurden. Im 19. Jahrhundert gab es sie dann auch in gefüllter Form und ihre Verbreitung in anderen Teilen Deutschlands schritt voran.
Ganz ähnlich ist es bei den Wiener Würstchen und den Frankfurter Würstchen.
Auch hier gibt es eine Legende für den Namens-Wirrwarr. Im 18. Jahrhundert wanderte der Frankfurter Metzger Lahner nach Wien aus und bot dort ein traditionelles Frankfurter Würstchen an, bei welchem er nach und nach die Rezeptur leicht änderte (er fügte Rindfleisch hinzu, was in Frankfurt unüblich war). So kam die ehemalige Frankfurter Wurst zu ihrem neuen Namen. Grundlage für beide Bezeichnungen sind also ein relativ ähnliches Rezept, Gewicht und Länge.
Und dennoch muss man vorsichtig sein. Einige Metzger unterscheiden noch heute die Frankfurter und die Wiener Würstchen allein am Rindfleischanteil, wohingegen zum Beispiel in Nordarmerika “Frankfurter” und “Wiener” ein und dasselbe sind. In manchen Regionen Deutschlands verkaufen Wurstproduzenten ein identisches Produkt als “Wiener Würstchen” und in einer anderen Verpackung ebenfalls als “Frankfurter”. Wiederum gibt es Teile von Deutschland, in denen die Wiener als “Saitenwurst” beziehungsweise “Saite” bekannt ist und in Österreich spricht man auch mal von der Wiener und meint damit eine Schnittwurst, also etwas anderes. Gelegentlich findet man dann auch mal Wiener oder Frankfurter, die so gut wie nichts mit der ursprünglichen Form oder dem altertümlichen Rezept gemein haben, dennoch aber unter diesen Namen vertrieben werden. Nach dem Motto “Ist ja eh alles Wurst”.
Viele Bezeichnungen hat auch das Brötchen. So kennt man es in Berlin und Umgebung als “Schrippe”, in Bayern als “Semmel”, in
Baden-Württemberg spricht man vom “Weck” oder “Weckle”, in der Schweiz vom “Weggli”. Dazu kommen dann die zahllosen Variationen und Abwandlungen des Gebäcks mit ebenso zahllosen, unterschiedlichen Bezeichnungen.
In den meisten Fällen handelt es sich bei solchen Lebensmittel um regionale Spezialitäten, die im Laufe der Zeit auch in anderen Regionen Verbreitung fanden und durch regionale Sprachunterschiede und leichte Variationen im Rezept dort andere, regionspezifische Bezeichnungen erhielten. Meistens ist es ebenfalls so, dass, je mehr Bezeichnungen ein Produkt hat, umso älter ist es. Erst bei den moderneren Lebensmitteln findet man weitgehend identische Bezeichnungen.