Die Bhut Jolokia hat es in sich. Sie treibt jedem die Tränen in die Augen und bringt selbst den stärksten Mann zum Schwitzen. Mit dieser Chili können es nur Wenige aufnehmen, wer zart besaitet ist, sollte sich lieber davon fernhalten.
Die Bhut Jolokia, auch unter den Namen Naga Jolokia bekannt, ist eine Zuchtform, die – spätestens seit sie im Jahr 2006 offiziell ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde – als schärfste Chili der Welt gilt. Ursprünglich stammt sie aus der Region Assam im Norden Indiens, mittlerweile ist sie aber weltweit bekannt und findet bei den wagemutigsten Gourmets zum Beispiel der mexikanischen oder asiatischen Küche Verwendung – schlichtweg überall dort, wo man es sehr, sehr scharf liebt.
Im Jahre 2000 wurden die ersten Gerüchte um eine Chili laut, die in ihrer Schärfte alles bisher da gewesene übertreffen sollte. Viele Sorten wurden von offiziellen Seiten getestet, doch es sollte noch einige Jahre dauern, bis mit der Bhut Jolokia endlich die sagenumwobene Frucht gefunden und tatsächlich als schärfste Chili der Welt identifiziert werden konnte. Schon standen auch die Herren vom Guinnes-Buch auf der Matte.
Und die Bhut Jolokia hatte sich ihren dortigen Platz wirklich verdient. Das Messen der Schärfe ergab Rekordwerte von mehr als einer Million Einheiten auf der Scoville-Skala. Zum Vergleich: Tabasco bringt es auf höchstens 5.000 Scoville, eine scharfe Jalapeño schafft auch „nur“ bis zu 8.000 Scoville. Und selbst die treibt den Meisten schon die Tränen in die Augen. Damit war der bisherige Throninhaber, die Red Savina mit vergleichsweise milden 577.000 Scoville, weit abgeschlagen. Zumal dieser Spitzenwert der Red Savina nach seiner Veröffentlichung nie mehr wieder in einer Messung erreicht werden konnte.
Gerüchteweise gab es Anfang 2011 Tests mit einer anderen Chili-Sorte, die tatsächlich noch höhere Scoville-Werte ergeben haben sollen. Doch Experten rechnen andererseits schon länger herum und prophezeien, dass die Bhut Jolokia unter bestimmten Anbaubedingungen ihren Rekordwert sogar verdoppeln könnte. Wer diese mörderischen Chilis dann allerdings noch essen soll, weiß wohl Niemand. Dank der großen Auswahl in Delikatessen-Geschäften und bei Online-Händlern kann der Durchschnittsgourmet aber auch mit weit milderen Sorten noch seine Geschmacksnerven strapazieren.
So erweist sich das Kochen mit Chili und vor allem der anschließende Genuss immer wieder als kulinarisches Erlebnis für die Sinne. Das Experimentieren lohnt sich. Wer sich jedoch nicht zutraut, mit einer Chili selbst zu hantieren, oder sich einfach mal überraschen lassen will, welcher Schärfegrad beim ersten Bissen zutage kommt, der kann sich entweder durch verschiedene Restaurants testen oder öfter mal sein Essen online bestellen und gespannt abwarten, was der Lieferdienst so bringt.
Januar 19th, 2012 um 17:33
Also ich bin ja ein Fan von scharfen Gerichten. Doch die Rekordwerte dieser Gattung sind echt unfassbar. Mich würde mal interessieren, ob denn schon Versuche gemacht wurden, das zu toppen…?
mit freundlichen Grüßen